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283px-Paul Aichele Nymphe

Sexualität, Gewalt und Politik stellen oft Themen dar, bei denen es gefährlich ist, Grenzen zu überschreiten. Gerade als Neuling sollte ein Schriftsteller gut überlegen, wie weit er/sie in seiner/ihrer Schilderung gehen möchte, denn vom Erstlingswerk hängt auch ein bestimmter Ruf ab. Es ist schwierig, dazu von vornherein Tipps zu geben, da jeder für sich entscheiden muss, wie weit er gehen kann und will. Dennoch gibt es einige Richtlinien, an die man sich halten sollte und die sich für die Meisten ohnehin aus dem gesunden Menschenverstand ergeben.

Sexualität und GewaltBearbeiten

Generell gilt es, die Grenzen des guten Geschmacks nicht zu überschreiten, wenn man noch kein anerkannter Autor ist. Beispielsweise sollte man von expliziten Szenen mit Kindern oder Tieren absehen, weil Kritiker und Presse gern zwischen den Zeilen zu lesen versuchen und dem Autor eventuell Neigungen unterstellen, die man gar nicht hat. Natürlich gibt es in der Literaturwelt Ausnahmen, beispielsweise Nabokovs "Lolita", aber entweder sind diese Werke erst Jahre später anerkannt worden, weil die Gesellschaft einige Hemmungen verloren hat, oder stammen von etablierten Schriftstellern, deren Ruf nicht mehr gefährdet ist.


PolitikBearbeiten

Gerade in Deutschland muss man sehr vorsichtig sein, wenn man sich Themen wie dem Nationalsozialismus widmet. Hier ist es wichtig, auf die Wortwahl und genaue Recherche zu achten, wenn man nicht möchte, dass einem Verherrlichung und Volksverhetzung unterstellt werden können. Vor allem von einschlägig besetzten Begriffen sollte man absehen. Zur Verdeutlichung zwei Beispiele: 2010 kommentierte die ZDF-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein während des WM-Spieles Deutschland gegen Australien Kloses Treffer folgerndermaßen: "Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft." (Quelle: spiegel.de)

Ähnlich treffsicher, was sprachliche Fettnäpfchen betrifft, zeigte sich 2007 der Kardinal Meisner, der im Kölner Dom von "entarteter Kultur" sprach: „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.“ (Quelle: welt.de)

Auf beide Äußerungen reagierten Presse und Öffentlichkeit mit Entrüstung und das ZDF distanzierte sich öffentlich von dem unglücklichen Kommentar der Moderatorin.

Diese Beispiele zeigen, dass in der Gesellschaft, insbesondere in unserem Land, immer noch eine große Sensibilität gegenüber dem Dritten Reich herrscht. Diese gilt es zu berücksichtigen und Fettnäpfchen durch präzise Recherche und durchdachte Wortwahl vorzubeugen.


Bildquelle: Wikimedia Commons, gemeinfreies Bild

Textquellen:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,700458,00.html

http://www.welt.de/kultur/article1185133/Kardinal-Meisner-kritisiert-entartete-Kultur.html



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