FANDOM


Wenn das Manuskript fertiggestellt ist, gilt es, letzte Verbesserungen und Korrekturen am Text vorzunehmen. Beim Korrekturlesen, das beim Verfassen von Büchern genauso wichtig ist wie bei wissenschaftlichen Arbeiten, gilt es, eventuelle Tippfehler und grammatikalische Unstimmigkeiten zu beheben und das Impressum sowie Fußnoten und dergleichen noch einmal durchzusehen. Wer sein Manuskript bei einem Verlag einsenden möchte, sollte korrekte Rechtschreibung als Selbstverständlichkeit betrachten. Oftmals werden unsaubere und sprachlich falsche Entwürfe gar nicht mehr angenommen. In diesem Artikel werden wir die Prüfungskriterien in Fragelisten präsentieren, die Sie Punkt für Punkt durcharbeiten und so Ihr Manuskript selbst vorab prüfen können. Dennoch kann unser Artikel eine fachmännische Überprüfung keinesfalls ersetzen, weshalb die Konsultation eines freien Lektors in Erwägung gezogen werden sollte. Auch das zu Rate ziehen von mehreren Erstlesern wird wärmstens empfohlen, um vorab bereits ein gewisses Maß an Feedback zu erhalten und erste Kritik und Verbesserungsvorschläge in die Überarbeitung des Manuskripts einfließen lassen zu können. Literaturforen, aber auch Freunde und Bekannte bilden hier eine gute Anlaufstelle. Doch aufgepasst: Bekanntlich neigen Ihnen nahestehende Personen dazu, einen Text eher positiv als negativ zu bewerten.

Allgemeine Aufgaben eines (Verlags-)LektoratsBearbeiten

Wichtig: Möchte ein Autor sein Werk veröffentlichen, kommt er am Lektor nicht vorbei!

Das Lektorat fungiert als wichtigste Schnittstelle zwischen Autor und Verlag, bildet es doch den ersten Anlaufpunkt für engagierte Schreiberlinge, die ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren möchten. Hier werden eingehende Manuskripte durchgesehen, auf ihre Eignung im Rahmen des Verlagsprogrammes überprüft und im Anschluss an eine positive Entscheidung dem Verleger vorgelegt. Jedes einzelne zugesendete Manuskript bedarf nach erfolgter Überprüfung einem vom Lektor ausgestellten aufschlussreichen Gutachten. Dieses umfasst in der Regel eine kurze Inhaltsangabe, eine Gesamtbeurteilung und eine ausführliche Begründung der Empfehlung oder Ablehnung. Auch wichtige Themen und Thesen, das voraussichtliche Marktpotenzial sowie die geeignete Zielgruppe werden hier benannt.

Neben der Auswahl, der Korrektur auf orthografischer, grammatischer und formaler sowie sprachlicher und stilistischer Basis und der Bewertung einzelner Manuskripte, liegt es im wesentlichen Interesse des Lektors

  • mit der Verlagsleitung neue Programmstrategien zu entwickeln und nach geeigneten Autoren und Manuskripten zu suchen,
  • eingereichte Manuskripte für die Übernahme ins Verlagsprogramm vorzuschlagen,
  • Manuskripte in Zusammenarbeit mit dem Autoren redaktionell aufzubereiten,
  • einen Autoren von der Ideenfindung über die entgültige Druckreife bis hin zur Veröffentlichung zu begleiten und zu betreuuen,
  • erfolgsversprechende Marketingstrategien in Zusammenarbeit mit der Werbeabteilung zu entwicklen und einzusetzen.

Es gehört zum guten Ton eines jeden Lektors stets darauf zu achten, ausschließlich Vorschläge für abgeänderte und verbesserte Formulierungen und sinngemäße Anmerkungen zu unterbreiten genauso wie Unstimmigkeiten aufzudecken und darauf explizit hinzuweisen. Keinesfalls soll eine Entfremdung des Schriftstellers von seinem eigenen literarischen Werk vorgenommen werden. Das Ziel besteht lediglich in der Textoptimierung, um eine größtmögliche Informationslust und anhaltendes Lesevergnügen zu gewährleisten.

Allgemeine Aufgaben eines freien LektoratsBearbeiten

Schon seit gewisser Zeit lässt sich der Buchmarkt mit zu einem der schwersten Arbeitsmärkte zählen. Viele Lektoratsstellen werden gestrichen und nicht mehr neu besetzt. Festanstellungen sind Mangelware und selbst die, die es geschafft haben sich fest zu binden, sehen sich mit einer Bezahlung konfrontiert, die weit unter dem Stand des akademischen Stellenmarktes ausfällt. Die Folge: Immer mehr Lektoren suchen die Flucht nach vorne und versuchen sich als Freiberufler durchzuschlagen und ihre umfangreichen Dienste geschickt an den Mann zu bringen. Die Gefahr: Schwarze Schafe haben schnell leichtes Spiel, denn der Beruf des Lektors kann weder als staatlich anerkannter Lehrberuf erlernt werden noch liegt ein ausreichender Schutz auf dessen Berufsbezeichnung vor. Aus diesem Grund ist es bei der Konsultation eines freien Lektors besonders wichtig gründlich und sorgfältig seine bisherige Ausbildung und die Referenzen, die die Anbieter in der Regel auf ihrer Internetpräsenz vorweisen, zu studieren. Auch ein erster Eindruck über die Sprachqualitäten kann schnell über den Internetaufrtitt gewonnen werden.

Die Aufgaben eines freien Lektors unterscheiden sich nicht wesentlich von denen eines Verlagslektors. So findet hier im gleichen Maße eine Korrektur auf orthografischer, grammatischer, formaler sowie sprachlicher und stilistischer Basis und eine Bewertung des Manuskripts statt. Es erfolgt eine gewissenhafte Überprüfung der Textverständlichkeit, der inhaltlichen Logik bzw. des inhaltlichen Wahrheitsgehaltes und der Schlüssigkeit des Aufbaus. Die verlagsgebundenen Tätigkeiten entfallen für einen freien Lektor.

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines freien Lektorats wird aus seiner Arbeit entweder nach Stundensätzen, nach der Anzahl der zu bearbeitenden Seiten oder nach einer bestimmten Anzahl von Zeichen berechnet. Auch die Art der Arbeit gilt als ein Abrechnungskriterium, so entscheidet hier der Umfang sowie die Schwierigkeit über das ausstehende Entgelt. Es existieren in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben, sodass eine freie Preisgestaltung herrscht.

Übersichtliche Suchdatenbank nach Freiberuflern und ihrem entsprechendem Aufgabengebiet:

http://www.lektorat.de/

Inhaltliche BewertungBearbeiten

"Wir haben keine Liste, die wir abhaken. Wir lassen das Lese-Erlebnis auf uns wirken. Wenn die Geschichte spannend und originell geschrieben ist, dann liest man sie auch selber gerne." (Silvia Bartholl, Verlagslektorin bei Beltz & Gelberg)

Aber nicht nur das Lese-Erlebnis, dass das Buch bei einem Lektor auslöst, ist entscheidend für eine Zu- oder Absage. Bei der Überprüfung des Inhalts durch einen freien Lektor oder das Verlagslektorat werden die Schwerpunkte auch auf die Umsetzung eines stimmigen Konzepts und auf sprachliche Logik gelegt. Ein Lektor wird sein Augenmerk auf folgende Punkte richten:

  • Sind das Konzept und der Plot logisch und für den Leser nachvollziehbar?
  • Ist die Erzählperspektive stimmig und sind die Charaktere glaubwürdig?
  • Stimmen die recherchierten Fakten?
  • Ist die Sprache für die Zielgruppe verständlich?
  • Werden Fachbegriffe definiert bzw. erläutert?
  • Gibt es juristische Fallen? (Näheres im Artikel "Schwierige Themen")
  • Bei wissenschaftlichen Arbeiten: Stimmt die Form der Quellenangaben und sind die Literaturhinweise vollständig?

Orthografische Aspekte und Einheitlichkeit des TextesBearbeiten

Wie eingangs erwähnt, ist es wichtig, auf die Rechtschreibung zu achten. Ganz gleich, ob man selbst Korrektur liest oder einen professionellen Lektor die Prüfung vornehmen lässt, gilt es sich folgende Fragen zu stellen.

  • Hat sich der/die Autorin konstant an die neue Rechtschreibung gehalten?
  • Stimmt die Grammatik und sind die Sätze vollständig?
  • Wurden Interpunktionsregeln (Zeichensetzung) korrekt umgesetzt und Sonderzeichen an den richtigen Stellen verwendet?
  • Wurden die Silben korrekt voneinander getrennt?

Natürlich sollte der Text einheitlich gestaltet werden, um einen seriösen Eindruck zu vermitteln. Einige Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, sind diese:

  • Stimmen Inhaltsverzeichnis und Kapitelüberschriften überein?
  • Gibt es nicht aufgelöste Abkürzungen und Zahlen? (Vor allem bei wissenschaftlicher Literatur relevant.)
  • Wurden Aufzählungen korrekt interpunktiert?
  • Ist die Seitenzählung stimmig?
  • Das Layout betreffend: Wie wurden Abbildungen in den Text integriert? Wurde die Einheitlichkeit der Zeilenabstände im ganzen Manuskript eingehalten? Wenn Farben verwendet wurden: Sind diese einheitlich und passend?

Professionelle TextkorrekturBearbeiten

Korrigiert ein Außenstehender das Manuskript, in den meisten Fällen ein Lektor, muss er sich bei der Verwendung von Korrekturzeichen an die DIN 16511 halten. Diese Norm gilt im deutschsprachigen Raum und legt die Richtlinien für die Verwendung einheitlicher Korrekturzeichen fest. Grundsätzlich gilt: Korrekturmarkierungen müssen einerseits im Text an der zu korrigierenden Stelle gesetzt werden. Dieses Zeichen wiederholt der Lektor dann noch einmal am Rand und fügt an dieser Stelle seine Änderung hinzu, ähnlich wie bei einer Klassenarbeit. Auf diese Weise erkennt der Autor auf den ersten Blick, wo er etwas ändern muss und welchen Lösungsvorschlag der Lektor ihm anbietet. Manchmal handelt es sich auch um Formulierungsvorschläge, die weniger mit Rechtschreibung und Grammatik in Verbindung stehen, sondern den Text abrunden und den sprachlichen Ausdruck verbessern.


Textquellen:

http://www.litscage.de/Korrekturlesen-Manuskript.php

http://www.litscage.de/Manuskriptbewertung.php http://www.leserberichte.de/themen/lektorat.htm

http://www.leserberichte.de/themen/lektorat.htm

http://www.textservice-ulrich.de/lektorat.htm

http://www.geo.de/GEOlino/mensch/berufe/4478.html?p=2

http://studieren.de/lektor.0.html



Weiter zu: "Satz und Layout"