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Wenn die erste Korrekturphase beendet und das Manuskript damit fertig gestellt ist, kommt endlich einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum veröffentlichten Buch: Die Suche nach einem Verlag. Grundsätzlich sollte man sich vor dem Zusenden darüber informieren, ob der Verlag, den man anschreiben möchte, überhaupt unaufgefordert zugesandte Manuskripte beachtet und ob das Verlagsprofil zum Manuskript passt, soll heißen, dass beispielsweise ein auf esoterische Themen spezialisierter Verlag wohl kaum einen Thriller veröffentlichen wird und umgekehrt. Hat man ermittelt, welche Verlage in Frage kommen würden, kann man über ein Telefongespräch oder die Verlagswebsites herausfinden, in welcher Form das Manuskript zugesandt werden soll.

Wichtig: Fast alle Verlage wünschen beim Erstkontakt noch nicht die Zusendung des Manuskripts, sondern bestehen vorerst auf ein Exposé mit einer kurzen Schreibprobe. Ein Exposé enthält eine knappe Zusammenfassung und Inhaltsangabe des Werkes, auch der Titel, Umfang und eine Kurzvita des Autors werden hier angegeben. Die Leseprobe sollte aus einem spannenden Kapitel mit einer Länge zwischen 20 - 50 Seiten bestehen. Für genauere Auskünfte wenden Sie sich an die jeweiligen Verlage, an die Sie Ihr Manuskript für eine mögliche Veröffentlichung einschicken möchten.

Sollte ein Verlag nach der Einsendung eines ersten Exposés mit Schreibprobe Interesse an Ihrem vollständigen Manuskript äußern, wird empfohlen nachfolgendes zur Kenntnis zu nehmen und eventuell anzupassen. Aber auch hier gilt es vorrangig immer die Richtlinien des Verlages zu beachten, der Ihr Manuskript eventuell verlegen möchte.

Die ideale Form des Manuskripts Bearbeiten

Einige Anhaltspunkte für die äußere Form des zu sendenden Manuskripts:

  • Das Dokument sollte in Word verfasst werden, da .doc-Dateien von fast jedem Rechner aus gelesen werden können (Kompatibilität ist gewährleistet, nicht zu öffnende Dateien wird der Verlag nicht beachten).
  • Pro Seite sollte man dreißig Zeilen mit etwa doppelt so vielen Anschlägen einplanen. Zeilenabstände sind doppelt zu setzen.
  • Ein breiter Korrekturrand ist zu empfehlen, damit Änderungsvorschläge und Korrekturzeichen gesetzt werden können.
  • Das Manuskript muss linksbündig und in ein- und derselben Schriftart verfasst sein. Extras wie Hyperlinks, Worttrennungen und Hervorherbungen (außer kursiven Hervorhebungen) sind zu vermeiden.
  • Illustrationen und Tabellen sowie andere optische Hilfsmittel sind in eigenen Dateien abzulegen und mitzuschicken.

AbgabeformatBearbeiten

  • Das Manuskript muss auf einer CD-ROM abgelegt werden, die man mit dem Verfassernamen, dem Datum, dem Buchtitel und dem Namen der Datei beschriftet.
  • Einzelne Kapitel werden in je einer Datei mit klarer Dateibezeichnung angelegt.
  • Das Lektorat erhält so früh wie möglich Probedateien.
  • Die Dateien und die Printversion des Buches dürfen nicht voneinander abweichen.

Vorgaben zu SchreibweisenBearbeiten

  • Es gilt die neue Rechtschreibung.
  • Schreibweisen müssen im ganzen Textverlauf einheitlich sein.
  • Keine Abkürzungen im Fließtext
  • Zahlen bis zwölf müssen ausgeschrieben werden, Monate ebenfalls.


Verlage haben oft zusätzlich zu diesen Kriterien noch weitere Anforderungen, die sich je nach Textform unterscheiden können. Daher ist es wichtig sich mit dem zuständigen Verlag in Verbindung zu setzen.

Erfolgreiche EinsendungBearbeiten

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von: Tughra

Ist einem Manuskript die Eignung für das vorherrschende Verlagsprogramm zugesprochen worden, wird zwischen Verlag und Autor ein Vertrag abeschlossen und dem Autor zusätzlich ein entsprechendes Autorenhonorar zugewiesen. Für den Lektor setzt diese Übereinkunft nun eine Übernahme weiterer Aufgaben voraus, kennt er doch das Manuskript mit am besten. Dazu gehören unter anderem:
  • Vorschläge und die Auswahl von Bildern und Illustrationen,
  • das Verfassen von Bildunterschriften,
  • die Einteilung des Manuskripts in Abschnitte, Kapitel und Unterkapitel,
  • das Verfassen von Kapitelüberschriften und Marginalien,
  • das Finden eines geeigneten Titels für das geplante Buch,
  • die Paginierung,
  • das Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses, Registers und der Kurzbiografie des Autors,
  • das Verfassen des Klappentextes, des Vorwortes oder der Einleitung,
  • das Zusammentragen unterschiedlicher Korrekturvorschläge.

Ablehnung, was nun?Bearbeiten

Der letzte Satz ist geschrieben, das letzte Wort getippt, der letzte Punkt gesetzt? Zeitaufwändige Recherchemaßnahmen, nervenzerreißende Schreibblockaden und nächtelanges Tippvergnügen sind überwunden? Rechtschreibung und Grammatik wirken perfekt? Auch in Sprache und Stil lassen sich keine Bedenken mehr äußern? Freunde, Bekannte, Kritiker geben grünes Licht, das Manuskript wurde an auserwählte Verlage verschickt und trotzdem werden Sie von einer Absage nach der anderen regelrecht überschüttet, obwohl Sie sich sicher sind keinen weiteren Fehler begangen zu haben? Stecken Sie nicht gleich den Kopf in den Sand! Geduld heißt das Zauberwort. Im Laufe eines jeden Autorenlebens muss sich der Schreiberling früher oder später mit diesem unangenehmen Beigeschmack seiner schriftstellerischen Tätigkeit auseinandersetzen. Auch eine Joanne K. Rowling ist nicht von heute auf morgen zu der Joanne K. Rowling geworden, für die sie heute Ruhm und Ehre erhält. Wobei erwähnt werden sollte: Nicht jeder schafft es eine Joanne K. Rowling zu werden, egal wie überzeugt er/sie von seinem/ihrem eigenen Talent und der Story seines/ihres erschaffenen Werkes auch sein mag. Denn: Wie wir bereits gelernt haben, bilden viele verschiedene Faktoren ein zusammenhängendes Gefüge, wenn es darum geht, welches Manuskript von einem Verlagslektorat als geeignet erachtet und welches von vorneherein in der Luft zerrissen wird. Einfluss darauf nehmen kann niemand von uns. Hier zählt ausschließlich die Meinung eines einzelnen Lektors in den unergründlichen Tiefen des vorgegebenen Verlagsprogrammes sowie seiner unangefochtenen Kenntnis über die aktuellen Vorlieben und Geschmäcker in den Weiten der Literaturwelt. Lassen Sie den Kopf nicht hängen, sondern probieren Sie stattdessen aus der Ihnen mit auf den Weg gegebenen Kritik zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Versuchen Sie Ihre Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen und keine allzu hohen Erwartungen an sich und Ihr Werk zu stellen, um zu vermeiden eine tiefe Enttäuschung davon zu tragen. Sicherlich hat ein wenig Glaube und Selbstüberzeugung noch niemandem geschadet, aber nehmen Sie dringend Abstand von der Vorstellung etwas ganz Besonderes zu sein und etwas ganz Tolles und Grandioses erschaffen zu haben. Hochmut kommt vor dem Fall. Betrachten Sie sich und Ihr geschriebenes Manuskript aus einer gewissen Distanz und warten Sie ab was die Zeit und sich ständig verändernde Themenvielfalt mit sich bringen. Und wer weiß, vielleicht flattert dann doch noch die erste Zusage in Ihren Briefkasten - irgendwann.



Textquellen:

http://www.litscage.de/Manuskripthinweise-Verlage.php

http://www.litscage.de/Manuskript-Aufbau-Gliederung.php

http://www.litscage.de/sprachliche-Textbearbeitung-Manuskript.php

http://www.literaturcafe.de/erfahrungsbericht-von-der-idee-zum-manuskript-vom-verlagskontakt-bis-zum-verlagsvertrag/

http://vfll.de/berufsbild/



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